Laborwerte verstehen

Unsere Gesundheit lässt sich messen. Anhand von verschiedenen Untersuchungen können Mediziner Aufschluss über unser Befinden erhalten: Laboruntersuchungen von Blut, Urin oder Stuhl geben verlässliche Erkenntnisse über den Zustand unseres Körpers. Bin ich ausreichend mit Mineralstoffen und Spurenelementen etc. versorgt, stimmt die Zusammensetzung meiner Körpersäfte, fehlen mir wichtige Stoffe, sind manche zu viel und in auffälligem Maße vorhanden? Stimmt mein Hormonspiegel? Funktioniert mein Immunsystem, mein Stoffwechsel?

Dieser Ratgeber hilft, das „Mediziner-Latein“ zu verstehen, selbst Einschätzungen zu treffen und sich und seinen Körper besser kennenzulernen. Das Buch erklärt, was wir unter einem Normalwert verstehen dürfen, welche Tests bei welchen körperlichen Beschwerden gemacht werden können und was die Ergebnisse bedeuten. Wichtige Fragen werden beantwortet:

  • Was sagen die Blutwerte aus?
  • Was bedeuten die medizinischen Fachbegriffe?
  • Wie kann ich Werte einordnen?
  • Kann ich selbst testen?

Eine wertvolle Hilfe bei Gesprächen mit Ihrem Arzt und für Ihre Gesundheit!
Bei mindestens jeder dritten Diagnose stützt sich der Arzt auf die Ergebnisse von Laboruntersuchungen. Ihre Analyse gibt uns tiefe Einblicke in das Innere des Körpers, denn fast jede Krankheit hinterlässt ihre Spuren im Blut oder Urin. Ein kleiner Tropfen Blut oder Harn kann über unseren Zustand daher manchmal mehr aussagen als komplizierte Untersuchungen. Aber was bedeutet der Ausdruck »Normalwerte«? Welche Werte sind eigentlich normal? Und was bedeuten Abweichungen, eine Erhöhung oder ein Abfallen der Werte? Der Begriff Normalwert sagt nicht mehr aus, als dass ungefähr 95 Prozent der Bevölkerung innerhalb dieses Messbereiches liegen, während die restlichen fünf Prozent von diesen Werten abweichen, ohne deswegen jedoch krank zu sein.
Dabei soll das Gespräch mit Ihrem Arzt keineswegs ersetzt, sondern im Gegenteil der Dialog verbessert werden. Vergessen Sie bei alldem nicht: Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Laborwerte!

6. Auflage, Mankau Verlag, Murnau 2020
159 Seiten, durchgehend farbig
ISBN-978-3-86374-158-7
9,99 Euro

 

 

 

Zertifiziert von der Stiftung Gesundheit: „Dieses Buch gehört in die Hand jedes Patienten, der verstehen möchte, was in seinem Körper geschieht, und der aktiv an seiner Gesundheit arbeiten will (…).“

 

(Auszug aus dem Kapitel „Laborwerte und ihre Bedeutung“)
Das Blut

Dass Blut ein »ganz besonderer Saft« ist, wusste schon Goethe. Das Blut besteht aus festen Blutkörperchen und flüssigen Bestandteilen (Plasma). Es gibt rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Das Plasma ist eine klare, gelbliche Flüssigkeit, die zu 90 Prozent aus Wasser besteht und lebensnotwendige Substanzen enthält. Heute spielen Laboruntersuchungen in der Medizin eine zentrale Rolle bei der Diagnose und Überwachung von Therapien. Da das Blut bei nahezu jeder Krankheit seine Zusammensetzung verändert, lässt sich aus seinen Werten viel über den Zustand der meisten Organe schließen.

Die Blutentnahme
Wenn eine Blutanalyse im Labor durchgeführt werden soll, muss der Arzt dazu eine ausreichende Menge an Blut entnehmen, das in Kunststoffröhrchen abgefüllt wird. Diese sind mit einem Stoff präpariert, der die Blutgerinnung verhindert. Im Labor wird das Blut zentrifugiert, d. h. es wird mit hoher Geschwindigkeit geschleudert, wodurch seine festen und flüssigen Bestandteile voneinander getrennt werden. Für viele Bluttests wird Serum benötigt, das im Gegensatz zum Plasma kaum Gerinnungsfaktoren und auch keine Blutzellen enthält und deshalb besser untersucht werden kann. Die Bestimmung von Blutkörperchen und vielen weiteren Werten erfolgt in den Labors vollautomatisch. Blutentnahme aus der Kapillare erfolgt an der Fingerkuppe oder am Ohrläppchen und ist für die Untersuchung von Blutzucker und Hämoglobin geeignet. Das Kapillarblut stammt aus den kleinsten Blutgefäßen und ist mit etwas Zellflüssigkeit vermischt. Das erklärt, warum die Laborergebnisse von Kapillarblut und von Blut aus der Armvene nicht völlig übereinstimmen; gewisse Abweichungen sind dabei normal. So ist die Glukosekonzentration im Kapillarblut etwas höher als im Venenblut.
Blut aus der Vene ist sauerstoffarm und wird am Arm bzw. in der Ellenbeuge mit einer Nadel abgenommen. Dies ist die häufigste Art der Blutentnahme, vor allem, wenn größere Mengen benötigt werden.
Blut aus der Arterie ist sehr sauerstoffreich. Es wird für eine spezielle Untersuchung zur Bestimmung von Sauerstoff und Kohlendioxid sowie zur Festlegung des pH-Wertes entnommen. Diese Untersuchung wird in aller Regel im Krankenhaus und bei Spezialisten, wie z. B. Lungenfachärzten, durchgeführt. (…)

Aufbereitung des Blutes
Vollblut        
= Blutzellen plus flüssige Bestandteile plus Gerinnungsstoffe
Plasma          = Flüssige Blutbestandteile plus Gerinnungsstoffe
Serum           = Plasma ohne Gerinnungsstoffe

Was sind Normalwerte?
In einigen Büchern werden auch die Begriffe „Referenzbereich“ oder „Referenzwerte“ verwendet, die nahezu die gleiche Bedeutung wie der Begriff „Normalwertbereich“ haben, also einen bestimmten Bereich definieren, in dem alle Werte als normal gelten. Wer sich naher mit Laborwerten beschäftigt, wird feststellen, dass die in diesem Buch genannten Normalwerte von anderen Angaben häufig leicht nach oben oder unten abweichen. Das liegt daran, dass von Labor zu Labor die Werte methodenabhängig geringfügig unterschiedlich sein können, z. B. aufgrund einer etwas anderen Labor- und Messtechnik oder unterschiedlicher Laborgerate und Testsubstanzen. Deshalb werden auf dem Laborbefundblatt hinter jedem Wert die Referenzbereiche (mit oberen und unteren Grenzwerten) des jeweiligen Labors angegeben. Falls also Ihr Arzt etwas andere Normalwerte als die hier Genannten benutzt, ist das kein Grund zur Verunsicherung, solange Ihre Werte nicht übermäßig von den Normwerten abweichen.

Warum nüchtern?
Nahrungsmittel können die Blutwerte erheblich beeinflussen, dies gilt besonders für die Blutzucker- und Fettwerte. Die letzte Nahrungsaufnahme sollte also zwölf Stunden zurückliegen. Das gilt auch für die morgendlichen Medikamente; ein kleiner Schluck Wasser ist erlaubt. Alle in diesem Buch angegebenen Normalwerte beziehen sich auf die Nüchtern-Blutentnahme. (…)

Inhaltsverzeichnis
Dieser kleine Begleiter hilft Ihnen, Ihren Körper besser kennenzulernen. Nachfolgend finden Sie ein kommentiertes Inhaltsverzeichnis zum Ratgeber-Buch „Laborwerte verstehen“.

Das Blut
Im kleinen und großen Blutbild können Ärzte einen Großteil aller Erkrankungen erkennen. Dieses Buch-Kapitel behandelt die Bestandteile des Blutes und die Diagnosemöglichkeiten.

  • Die Blutentnahme
  • Was sind Normalwerte?
  • Die Aufgaben des Blutes
  • Das Blutbild
  • Die Blutgerinnung

Mineralstoffe und Spurenelemente
Zusammen mit den Vitaminen sind die Mineralstoffe für die Funktionsfähigkeit der Zellen, für Knochenaufbau, Salz- und Wasser-Haushalt, Nervensystem, Muskeln und Blutgerinnung unerlässlich. Auch Spurenelemente wie Eisen oder Zink spielen trotz geringer Mengen im Körper eine Schlüsselrolle.

Vitamine
Vitamine sind für uns Menschen wichtig, der Körper selbst kann sie nicht herstellen (außer Vitamin K und Folsäure). Wir müssen sie durch die Nahrung zuführen.

  • Im Blut erkennbar

Das Hormonsystem
Die Hormone sind für die Steuerung der Körperfunktionen zuständig. Sie beeinflussen die Abläufe im Organismus, wie Stoffwechsel, Wachstum und Fortpflanzung. Selbst für den Wasserhaushalt und das seelische Befinden sind sie verantwortlich.

  • Organe, die Hormone produzieren
  • Hormone in der Laboruntersuchung

Das Immunsystem
Das Immunsystem kümmert sich darum, Fremdstoffe wie Bakterien, Viren und andere Erreger in Schach zu halten und den Körper vor schädlicher Einflussnahme zu schützen.

  • So funktioniert unsere Abwehr
  • Wie der Körper Freund und Feind unterscheidet


Der Stoffwechsel

Für den Stoffwechsel sind Nährstoffe wie Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße notwendig. Diese Nährstoffe sind für den Aufbau der Zellen und für die Energiegewinnung verantwortlich. Störungen des Stoffwechsels haben enorme Auswirkungen auf die Gesundheit.

  • Der Fettstoffwechsel
  • Der Zuckerstoffwechsel
  • Die Harnsaure
  • Der Eiweißstoffwechsel


Körperliche Störungen oder Organerkrankungen

Labortests sind wichtige diagnostische Instrumente bei körperlichen Erkrankungen, die Organe wie Herz, Leber, Niere etc. betreffen. Hier fallen neben der Blutdiagnostik besonders auch Urin- und Stuhlproben ins Gewicht.

  • Das AB0-Blutgruppensystem
  • Verschiedene Krankheiten des Blutes
  • Die Leber – eine ≫chemische Fabrik≪
  • Herzinfarkt und Herzerkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Erkrankungen von Magen,
  • Bauchspeicheldruse und Darm
  • Nachweis von Entzündungen
  • Nachweis von Rheumaerkrankungen / Autoimmunerkrankungen
  • Nachweis von Allergien im Labor
  • Erkennen von Tumorerkrankungen

Auf einen Blick
Dieses Buch-Kapitel bietet abschließend alle Informationen in Kürze:

  • Die wichtigsten Laborwerte auf einen Blick
  • Übersicht über das Laborbasisprogramm
  • Maßeinheiten und Gewichte

„Laborwerte verstehen“ – eine wertvolle Hilfe bei Gesprächen mit Ihrem Arzt und für Ihre Gesundheit!